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Was beim Einbau einer Wasserentkalkungsanlage beachten?

Das Trinkwasser in Deutschland erfüllt zwar höchste Qualitätsstandards, ist allerdings oftmals zu hart. Hartes bzw. kalkhaltiges Wasser ist zwar nicht gesundheitsschädlich für den Menschen, kann jedoch die Lebensdauer von technischen Geräten negativ beeinflussen. In der Küche kann beispielsweise der Wasserkocher, die Kaffeemaschine oder die Spülmaschine betroffen sein. Auch die Bildung von Kalkablagerungen an Armaturen ist ein Indiz für zu hartes Wasser im Haushalt.

Kalk kann in der Hauswasserinstallation und bei Geräten somit zu unnötigen Schäden führen, aber auch die Hygiene beeinträchtigen. Immer mehr Haushalte setzen deshalb auf eine Trinkwassernachbehandlung mittels Wasserentkalkungs- bzw. Enthärtungsanlage. Doch was sollte beim normgerechten Einbau einer solchen Anlage beachtet werden?

Voraussetzungen für den Einbau einer Wasserentkalkungsanlage

Wasserentkalkungsanlagen werden direkt in das Hauswassernetz an den Hauptwasserverteiler angeschlossen. Dieser befindet sich in den meisten Fällen im Hausanschlussraum eines Gebäudes.

Trinkwasser Enthärtungsanlage

Die Anlage darf ausschließlich in einem geschützten und frostfreien Raum in Betrieb genommen werden. Eine Installation im Freien ist deshalb nicht erlaubt. Zudem sollte der Aufstellort trocken und ebenerdig sein, sodass ein etwaiges Umkippen der Anlage verhindert werden kann. Darüber hinaus sollte genügend Abstand zu etwaigen Wärmequellen im Raum eingehalten werden. Die Umgebungstemperatur darf hierbei weder zu kalt noch zu warm sein. Bei der Aufbereitung von Trinkwasser sollte die Umgebungstemperatur bei max. 5 – 25 °C liegen, bei technischen Anwendungen bei 5 – 40 °C. Zudem muss im Umkreis der Anlage eine Schuko-Steckdose zur Verfügung stehen.

Für den Einsatz einer Wasserentkalkungsanlage muss darüber hinaus ein bestimmter Wasserdruck herrschen. Liegt dieser über dem höchst zulässigen Betriebsdruck muss ein sogenannter Druckminderer vor der Anlage installiert werden.

Wichtig:

Alle notwendigen Informationen, Angaben und Daten für den Einbau und Betrieb der Anlage können aus der jeweiligen Bedienungsanleitung entnommen werden.

Welche Elemente müssen eingebaut werden?

Enthärtungsanlagen auf Ionentauscher-Basis schützen zuverlässig vor Kalkablagerungen und sorgen für weiches Wasser im Haushalt. In vielen Fällen erfolgt der Einbau solcher Anlagen durch einen Installateur. Erfahrene Hobby-Handwerker mit entsprechenden Fachkenntnissen können den Einbau auch selbst vornehmen, müssen dabei aber örtliche Installationsvorschriften sowie allgemeine Richtlinien im Auge behalten.

Ehe der Einbau beginnen kann, gilt es sich für eine passende Wasserentkalkungsanlage zu entscheiden. Anlagen wie die softliQ SD 18 der Firma Grünbeck etwa eignen sich für typische Einfamilienhaushalte mit bis zu 4 Personen. Enthärtungsanlagen wie diese lassen sich zudem bequem per App steuern und damit ins Smart Home integrieren.

Zum Einbau dürfen ausschließlich korrosionsbeständige Rohrmaterialien wie Kupferrohre genutzt werden. Wenn für die Installation der Anlage jedoch Rohrleitungen in Mischinstallation (z.B. Zink und Kupfer) verwendet werden, kann das weiche Wasser zu Korrosionsschäden an den Rohren führen. Gemäß den Normen des DVGW (Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches) sollte das Wasser nach der Enthärtung auf einen Härtegrad von mindestens 6 ° deutsche Härte (dH) verschnitten werden.

Für den anschließenden Einbau werden folgende Elemente benötigt:

  • Anschlusstechnik (Anschluss-Set bestehend aus Montageblock, Wasserhärte-Testkit, Flex-Schläuchen und Abwasserschlauch)
  • Entkalkungsanlage
  • Wasserfilter (optional)
  • Rohrsystemtrenner (optional)
  • Druckminderer (optional)
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Einbau der Wasserentkalkungsanlage

Anschluss Wasserenthärtungsanlage Infografik

Wir stellen in unserer Infografik vor, wie eine Wasserenthärtungsanlage eingebaut wird und was Sie beachten müssen: Der Aufstellort sollte nahe an der Hauseingangsleitung liegen und frostgeschützt sein. Ebenso werden ein Stromanschluss und ein Wasserablauf benötigt.

Die Wasserentkalkungsanlage muss immer nach dem Wasserzähler (Wasseruhr) und dem Hauswasserfilter in das Leitungsnetz eingebaut werden. Für die Installation der Anschlusstechnik bzw. des Montageblockes sollte ungefähr eine 300 - 400 mm freie Rohrleitungsstrecke zur Verfügung stehen. Zudem muss sich ein Kanalanschluss in der Nähe der Anlage befinden, da die meisten Enthärtungsanlagen nur bis maximal 2 Meter über dem Steuerventil ableitet werden können. Die Abwasserleitung wird zum Ableiten der verbrauchten Salzlösung benötigt.

Einbau des Montageblocks

Bevor mit dem Einbau der Entkalkungsanlage begonnen werden kann, muss der Hauptwasserhahn geschlossen sowie der Wasserdruck abgelassen werden. Anschließend wird die Rohrleitung an der geeigneten Stelle abgetrennt. In der Folge wird dort die Anschlussarmatur bzw. der Montageblock gemäß Montageanleitung eingebaut. Dabei ist unbedingt auf die richtige Fließrichtung zu achten.

Nach dem korrekten Einbau des Montageblocks wird die Hauptwasserleitung wieder geöffnet und eine Dichtigkeitskontrolle durchgeführt. Erst nachdem alle Ventile dicht sind, kann die Wasserentkalkungsanlage angeschlossen werden.

Anschluss der Wasserentkalkungsanlage an den Montageblock

Zunächst wird der Abwasseranschluss an der Enthärtungsanlage befestigt. Dazu wird der mitgelieferte Abwasserschlauch an die Anlage angebracht, sodass die Anschlussstelle entsprechend dicht ist. Zudem ist zu beachten, dass der Abwasserschlauch direkt auf Abflusshöhe verlegt wird, damit das Regenerierwasser ungestört abfließen kann. Sofern das Spülwasser in eine Hebeanlage eingeleitet wird, ist zu berücksichtigen, dass diese salzwasserbeständig sein muss.

Im Aufstellraum muss zudem ein Bodenablauf vorhanden sein. Wenn das nicht der Fall ist, muss ein entsprechendes Sicherheitssystem (z.B. protectliQ) installiert werden.

Anschließend wird die Anlage wid unter Verwendung der beiden Flex-Schläuche sowie von Dichtungsringen mit dem Montageblock verbunden. Über die Anschlussarmatur wird das Trinkwasser zum Entkalker und wieder zurück zum Montageblock geführt.

Wasserentkalkungsanlage installieren

Ist der Einbau der Enthärtungsanlage abgeschlossen, wird diese an das Stromnetz angeschlossen. Nun erfolgt die eigentliche Inbetriebnahme der Wasserentkalkungsanlage. Smarte Anlagen wie die Grünbeck softliQ SD 18 zum Beispiel besitzen ein integriertes Touch-Display, welches bequem durch die Installation des Gerätes führt. Abhängig von der jeweiligen Anlage kann die Inbetriebnahme variieren.

Im Falle der softliQ wird nach erfolgter Erstinstallation der Salztank mit Salztabletten befüllt. Anschließend wird eine erste Regeneration durchgeführt. Nach der Programmierung funktioniert die Anlage selbständig, muss jedoch regelmäßig gewartet werden.

Einstellung der Verschneidung über Montageblock

Abschließend müssen die finalen Einstellungen am Verschneidungsventil vorgenommen werden. Dieses Ventil sorgt dafür, dass die richtige Menge an Rohwasser beigemischt wird. Ohne entsprechende Verschneidung würde die Wasserhärte bei 0 ° dH liegen, was viel zu weich wäre. Erst die Feinverschneidung gewährleistet eine optimale Wasserhärte (Resthärte), unabhängig von der Entnahmemenge und von Druckschwankungen. Die ideale Wasserhärte liegt in der Regel bei 6 - 8 ° dH.

Zur Ermittlung der richtigen Wasserhärte muss vorab eine Wasserprobe genommen werden. Hierfür kann das der Wasserentkalkungsanlage beilegte Testkit (auch Wasserprüfeinrichtung) verwendet werden. Falls bei Ihrer Wasserenthärtungsanlage kein Testkit beigelegt wurde, sollten wie zur richtigen Einstellung der neuen Anlage ein Testkit besorgen.

Was schreiben die Normen vor?

Bei der Verwendung einer Wasserentkalkungsanlage für Trinkwasser sind sowohl örtliche Installationsvorschriften als auch allgemeine Richtlinien und technische Daten zu berücksichtigen. Einerseits müssen Trinkwasserentnahmestellen so abgesichert sein, dass kein Nicht-Trinkwasser in das Trinkwassersystem gelangen und so Verunreinigungen verursachen kann. Andererseits gilt es eine Absicherung gegen rückfließende, rücksaugende, rückdrückende sowie rückwachsende Beeinträchtigungen zu gewährleisten.

Für die Trinkwasserinstallation und deren Betrieb sind daher die Vorgaben aus der Norm DIN EN 1717 in Verbindung mit der Norm DIN 1988 maßgeblich.

In allen Hauswasserinstallationen muss gemäß DIN 1988 und DIN EN 1717 ein Freistromventil mit Rückflussverhinderer eingebaut sein. Dazu ist es erforderlich, dass in der Wasserentkalkungsanlage ein Rückflussverhinderer integriert ist. Dieser schützt das öffentliche Trinkwassernetz, wenn es zu einer Störung an der Anlage kommt. Ist kein Rückflussverhinderer integriert, muss ein separater Systemtrenner verbaut werden. Zudem ist ein Abwasseranschluss nach DIN EN 1717 herzustellen.

Darüber hinaus wird eine Chlorelektrolyseeinheit zur Desinfektion des Enthärterharzes während der Regeneration benötigt. Eine Zwangsregeneration sollte dabei spätestens alle 3 - 4 Tage stattfinden. Diese wird in der Norm DIN 19636-100 geregelt.

Die Inspektion und Wartung der Enthärtungsanlage ist durch die Norm DIN EN 806-5 vorgeschrieben. Eine regelmäßige Wartung gewährleistet den störungsfreien und hygienischen Betrieb der Anlage. Die DIN EN 806-5 empfiehlt dabei eine halbjährliche bzw. jährliche Wartung.

Gibt es einen Unterschied, wenn meine Anlage DVGW-zertifiziert ist?

DVGW-geprüfte Wasserentkalkungsanlagen erfüllen besondere Anforderungen in Hinsicht auf deren Sicherheit und Zuverlässigkeit. Der Einbau einer DVGW-zertifizierten Anlage ist zwar empfohlen, jedoch nicht verpflichtend.

DVGW-zertifizierte Entkalkungsanlagen müssen über einen Rückflussverhinderer, einen entsprechenden Verkeimschutz sowie eine Steuerung mit Zwangregeneration verfügen. Nicht-zertifizierte Anlagen erfüllen diese Standards hingegen nicht.

Sofern eine Enthärtungsanlage über einen Montageblock eingebaut und zusätzlich ein Systemtrenner integriert wird, werden wichtige DVGW-Kriterien ebenfalls erfüllt. Zudem kann auch bei nicht-zertifizierten Anlagen eine ergänzende Chlordesinfektonszelle für den Keimschutz verbaut werden. Diese muss dann allerdings selbst professionell gewartet werden.

Mit einer DVGW-geprüften Wasserentkalkungsanlage ist dieser Zusatzaufwand nicht erforderlich. Allerdings schlagen zertifizierte Anlagen in der Regel mit höheren Preisen zu Buche.

Muss ein Rückflussverhinderer eingebaut werden?

Wird Trinkwasser im eigenen Bereich nachbehandelt (z.B. durch Entkeimung, Entkalkung oder Filtration), muss dafür gesorgt werden, dass dieses nicht mehr zurück in das öffentliche Leitungsnetz gelangen kann. Deshalb muss unbedingt ein Rückflussverhinderer oder Systemstrenner eingebaut werden.

Bei modernen Wasserentkalkungsanlagen auf Ionentauscher-Basis ist ein Rückflussverhinderer bereits integriert. Durch diesen integrierten Rückflussverhinderer ist der nach DIN 1988 vorgeschriebene Rohrsystemtrenner daher nicht mehr nötig.

Verfügt die Anlage über keinen integrierten Rückflussverhinderer, muss ein solcher Rohrsystemtrenner zusätzlich installiert werden, um eine korrekte Verwendung gemäß DIN EN 1717 und DIN 1988 sicherzustellen.

Muss ein Wasserfilter eingebaut werden?

Um die Wasserentkalkungsanlage zu schützen, sollte vor der Anlage ein Hauswasserfilter installiert werden. Wird die Anlage ohne einen entsprechenden Filter eingebaut, kann das Ionenaustauscher-Enthärterharz, welches sich in der Kartusche des Entkalkers befindet, bereits nach kurzer Zeit verschlammen.

Darüber hinaus kann sich Schmutz bilden, welcher den Steuerkopf der Entkalkungsanlage beschädigen kann. Daher sollte im Zuge des Einbaus einer Entkalkungsanlage unbedingt auch ein Hauswasserfilter einbaut werden.

Zudem schreibt die DIN 1988 einen DVGW-geprüften Filter für sämtliche Neubauten vor.